Zur Person

Piet Blanken ist 1963 in Dübendorf geboren. Er absolvierte aufgrund seiner schon früh ausgeprägten handwerklichen Begabung zunächst eine Ausbildung im Baufach. Sein grosses Interesse galt insbesondere den sanierungsbedürftigen Bauten. Er vertiefte sich in die Erhaltung und Restauration der alten Bausubstanz.
Parallel zu diesem Beruf suchte Piet Blanken aber immer auch kreative Betätigungsfelder, in die er sowohl seine musischen wie auch handwerklichen Talente einbringen konnte. Er fand diese in der Musik und vor allem in der Kunst. Dabei kamen ihm in der bildenden Kunst sein berufliches Fachwissen und der langjährige Umgang mit den verschiedenen Materialien und Werkstoffen wie Holz, Gips und Beton zu gute.
Seit einigen Jahren befasst sich Piet Blanken intensiv, mit der von ihm entwickelten Papierschnitt-Technik. Die immer präzisere Arbeitsweise, gekoppelt an ein unstillbares Bedürfniss weitere Möglichkeiten dieser Kunstform auszuloten, inspirierten den Künstler immer wieder zu neuem Schaffen.
Paralell dazu entstehen immer wieder projektartige Arbeiten die der Künstler umsetzt.Manchmal sind es kleine Aufmerksamkeiten die plötzlich Inspiration geben um etwas ins rollen zu bringen.
Arbeiten wie Annum, Dishes oder Signs sind Ausdruck dieser inspirativen Aufmerksamkeit und Anfangs ohne klar abschätzbares Ziel entstanden.
Erst die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema zeiget das ganze Spektrum, welches ein kurzer Moment des innehalten bieten kann.

 

 

 

Zu meiner Arbeit

„Ich war am Schneiden – aber es fühlte sich an wie Malen“

Piet Blankens aktuelle Werke sind verblüffende Papierarbeiten – ausgeführt mit Präzision und gleichzeitig frei aus der Phantasie des Künstlers heraus geschaffen, in einer sowohl figürlich als auch abstrakten Formgebung. Dabei wird der an sich flache Schnitt je nach Richtung und Grösse durch die Faltung zu etwas Dreidimensionalem, bekommt gleichsam reliefartigen Charakter.

Piet Blanken zeichnet mit dem Skalpell und malt und modelliert durch die Faltung seine Papiertüten wie eine Skulptur. Jeder Schnitt verlangt den Mut, ihn durchzuführen, bedeutet, sich auf seine sichere Hand zu verlassen, denn der Schnitt ist nicht rückgängig zu machen.

Das Ergebnis fasziniert nicht nur den Betrachter, sondern auch den Künstler: denn obwohl Piet Blanken sein fertiges Werk durch die Wahl des Papiers und die Idee des Motivs bestimmt, verselbständigt sich während der Arbeit an seinen Papierobjekten etwas, was er nicht planen kann und was ihn selbst immer wieder aufs neue in seinen Bann zieht: jeder Schnitt, jede Faltung gibt Farbe, gibt Form und beeinflusst die weiteren Schnitte.

Wie kam Piet Blanken auf die Idee Papiertüten zum Gegenstand seiner Kunst zu machen?

Der Künstler erklärt es so:

„Sie steht auf keiner Einkaufsliste. Selten ist sie dabei. Meist ist sie bunt, mal elegant, oft langweilig, aber immer praktisch. Die Tragtasche. Sie ist überall. In den Läden, zu Hause vergessen im Schrank. Gestaltet, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erhaschen. Den meisten ist nicht wichtig, was draufsteht – sondern was reingeht. Mich haben diese Farben und die Gestaltung in den Bann gezogen. Ich fing an, die Tragtaschen bewusst zu sammeln, auseinander zu nehmen, zu glätten, zu zerschneiden. Wegschneiden wollte ich aber nichts. Ich schnitt und faltete. Grosse Schnitte, kleine Schnitte – verschieden angeordnet. Plötzlich entstand eine Dynamik. Ich war am Schneiden, aber es fühlte sich an wie Malen. Die so entstandene Technik, in Kombination mit den vielseitigen Tragtaschen, inspirieren mich immer von neuem. Ein Alltagsgegenstand, der bisher ein Schattendasein fristete , wird gerahmt, beleuchtet und bestaunt.“

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